„Zum heiligen Nikolaus“

Die Tannheimer Pfarrkirche

Die Pfarrkirche zum Heiligen Nikolaus ist eine der größten Landeskirchen Tirols und wurde in den Jahren 1722 bis 1724 erbaut und 1725 vom Augsburger Weihbischof eingeweiht. Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten dieser Barockkirche zählen die drei Altäre aus Stuckmarmor, die Altarbilder, die Plastiken am Hochaltar, die Bildhauerarbeiten, Deckenfresken und die Stukkaturen. In dem in den Jahren 1725 bis 1728 erbauten Kirchturm befindet sich das einzige vollständig erhaltene Geläute mit vier Glocken.

Kirchlich gehörte Tannheim bis zum Jahre 1377 zur Pfarre Sonthofen. Das dafür vorgesehene Kirchlein war Liebenstein, wohin die Tannheimer sechs Gehstunden zum Besuch des Gottesdienstes unterwegs waren!

Erst 1377 errichtete Bischof von Augsburg die Pfarrei Tannheim – zum Landkapitel Kempten gehörend -, die bis zum Jahr 1816 zum Bistum Augsburg gehörte.

Die Tannheimer Pfarrkirche wurde im gotischen Stil erbaut. Sie war das einzige Gotteshaus im Tal und damit Mittelpunkt des religiösen Lebens für die gesamte Bevölkerung des Tannheimer Tales.

Für den Neubau der Pfarrkirche wurde 1720 die alte Kirche abgerissen und 1722 bis 1725 die neue Kirche für das ganze Tannheimer Tal erbaut und dem Heiligen Nikolaus als Patron geweiht. Das Gotteshaus sollte nach Größe und Gestaltung dem Dom zu St. Jakob in Innsbruck entsprechen. 1725-1728 wurde der mächtige, achteckige auslaufende Turm erbaut. Er trägt eine Zwiebelhaube mit Laterne und ist 47 m hoch. Im Unterbau des Turmes, dem „Vorzeichen“, befindet sich das Kriegerdenkmal.

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Kappellen

in und um Tannheim

Die Kapelle zum Heiligen Sebastian in Berg wurde 1653 erbaut. Die Stuckaturarbeiten stellen die besten und schönsten des ganzen Außerferns dar.

Die Mariahilfkapelle in Oberhöfen wurde 1649 zum Dank für die Errettung aus den Nöten der Pest von 1635 erbaut. Im Unterbau auf der Straßenseite ist ein Marienbild zu sehen, das die Inschrift trägt: „O Heilige Maria Thue uns bewahren vor Hunger, Pest, Krig und Sündengefahren 1767“.

Besonders für das Gedeihen der Pferde opferte man in der schon 1450 erwähnten Kapelle zum Heiligen Martin in Innergschwend. Sie wurde 1683 bis 1686 durch einen Neubau ersetzt.

Auf freiem Feld bei Kienzen, westlich von Tannheim, steht die Kapelle zum Heiligen Leonhard. Sie scheint das älteste Gotteshaus von Tannheim zu sein, weil sich hier auch ein Gottesacker befand. Als im Jahr 1635 die „schwarzen Petätschen“(die Pest) im Tal wüteten, wurden die Leichen hier beerdigt.

Die St.-Michaels-Kapelle in Kienzen stammt aus der Zeit um 1680.

In Kienzerle steht die Dreifaltigkeitskapelle, deren Altargemälde die Krönung Mariens zeigt.

Auf einem bewaldeten Hügel südlich von Tannheim liegt die Lourdeskapelle mit einer vorgebauten Grotte. Sie wurde 1902 anlässlich des Silbernen Priesterjubiläums des Pfarrers Franz Zoller auf Initiative des Schulmannes Anton Peterlunger errichtet. Die Kapelle in neugotischem Stil wurde von Peterlunger in beeindruckender Weise ausgemalt.